Catastroika in Griechenland

Die MacherInnen von “Debtocracy“, ein Dokumentarfilm über die Schuldenkrise in Griechenland und anderswo mit zwei Millionen ZuschauerInnen, der von Japan bis Lateinamerika gezeigt wurde, analysieren nun im DokumentarfilmCatastroika” die Verschiebung des Staatseigentums in private Hände.

catastroika

Die Gruppe reiste um die Welt um Informationen über die Privatisierung in Industrieländern und um Hinweise über die Zukunft Griechenlands nach dem massiven Privatisierungsprogramm zu sammeln.

http://www.catastroika.com/

Video mit deutschsprachigen Untertiteln: http://www.dailymotion.com/video/xrjch9_catastroika-deutsche-untertiteln_shortfilms

Bericht in der Zeit, Mai 2012:

http://www.zeit.de/politik/ausland/2012-05/griechenland-catastroika

Griechenland ist ueberall

“Griechenland ist überall!”: Harte Fakten gegen alte Vorurteile,
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) präsentiert acht Motivkarten mit Argumenten für die Westentasche:

http://www.eu.dgb.de

1. Die angebliche Faulheit der GriechInnen

“Deutschland hat zwar auch hohe Schulden – aber wir können sie auch begleichen. Weil wir morgens ziemlich früh aufstehen und den ganzen Tag arbeiten”, schreibt die BILD-Zeitung (5.3.2010).

Ist Griechenland also in der Krise, weil sich die Menschen dort einen faulen Lenz machen?
Nein.

http://berlin-brandenburg.dgb.de/bereiche/arbeit-wirtschaft/wirtschaft/europa/griechenland-ist-ueberall/++co++e4e3c2c8-b707-11e1-7e31-00188b4dc422

2. Angeblich fette Sozialleistungen für GriechInnen

“Wir zahlen den Griechen Luxusrenten”, schimpft die BILD-Zeitung (27.4.2010).

Das stimmt nicht.

http://berlin-brandenburg.dgb.de/bereiche/arbeit-wirtschaft/wirtschaft/europa/griechenland-ist-ueberall/++co++6ee5d28c-b716-11e1-7942-00188b4dc422

3. Der angeblich aufgeblähte griechische Staat

Vor der Krise war der griechische Staat eher schwach. Seine Ausgaben für Schulen, Polizei, Straßen usw. betrugen 2006 nur 43 % der griechischen Wirtschaftsleistung.
Das war weniger als in Deutschland – und viel weniger als in Schweden (50 %).

Mit der Krise jedoch änderte sich die Lage:

http://berlin-brandenburg.dgb.de/bereiche/arbeit-wirtschaft/wirtschaft/europa/griechenland-ist-ueberall/++co++d4dedc4a-b717-11e1-7e31-00188b4dc422

4. GriechInnen zahlen angeblich keine Steuern

Wegen des mangelhaften Steuersystems weiß der griechische Staat vielfach nicht, wer wie viel verdient. Unternehmen und Selbstständige (nicht die Arbeitnehmer!) können sich daher vor der Steuer drücken. Wohlhabende schaffen ihr Geld ins Ausland – laut griechischer Presse 200 bis 600 Milliarden Euro. So weit richtig.

Aber: Dass Griechenland Steuereinnahmen fehlen, liegt auch daran, dass die Steuern für Unternehmen gesenkt worden sind.

http://berlin-brandenburg.dgb.de/bereiche/arbeit-wirtschaft/wirtschaft/europa/griechenland-ist-ueberall/++co++54c0452e-b719-11e1-73c3-00188b4dc422

5. “Für die Griechen ist Geld da – und wir müssen sparen!”

Die Kredite für Griechenland machen Deutschland nicht ärmer. Dass Deutschlands Schulden seit 2008 um 440 Milliarden Euro gestiegen sind, liegt nicht an den Griechen, sondern erstens an den deutschen Banken. Ihre Rettung hat der Bundesrepublik 300 Milliarden Euro zusätzliche Schulden beschert.

http://berlin-brandenburg.dgb.de/bereiche/arbeit-wirtschaft/wirtschaft/europa/griechenland-ist-ueberall/++co++3167ced8-b720-11e1-73c3-00188b4dc422

6. Deutschland sei angeblich der Zahlmeister Europas

Es stimmt: Die Bundesregierung hat Milliarden an Krediten und Garantien für die Euro-Krisenländer bereitgestellt.

Aber Deutschland profitiert auch von der Krise: Für diese Kredite bekommt Deutschland hunderte von Millionen an Zinsen. Außerdem muss die Bundesregierung für ihre eigenen Schulden allein 2012 rund 10 Milliarden Euro weniger Zinsen zahlen.

http://berlin-brandenburg.dgb.de/bereiche/arbeit-wirtschaft/wirtschaft/europa/griechenland-ist-ueberall/++co++bbfbe800-b71f-11e1-7e31-00188b4dc422

7. “Europa soll sich ein Vorbild an Deutschland nehmen!”

Das wünschen sich die deutschen Unternehmer. Kein Wunder. Ihre Gewinne sind in den vergangenen Jahren explodiert. Ein deutscher Arbeitnehmer dagegen verdient heute – abzüglich Inflation – im Durchschnitt weniger als im Jahr 2000. Denn mit Hartz IV und der Förderung der Leiharbeit wurden die Löhne gezielt gedrückt.

http://berlin-brandenburg.dgb.de/bereiche/arbeit-wirtschaft/wirtschaft/europa/griechenland-ist-ueberall/++co++a99744ec-b720-11e1-73c3-00188b4dc422

8. “Soll Südeuropa doch pleite gehen!”

Mit den Hilfskrediten an notleidende Staaten hilft die Bundesregierung auch sich selbst. Denn sie weiß: Deutschland ist der Hauptprofiteur des Euro. 40 % der deutschen Ausfuhren gehen in die Staaten der Währungsunion, 60 % in die EU.

http://berlin-brandenburg.dgb.de/bereiche/arbeit-wirtschaft/wirtschaft/europa/griechenland-ist-ueberall/++co++1cd4053a-b721-11e1-7e31-00188b4dc422